Großartiges Gemeindefest auf dem Windhäuserhof zum 200. Geburtstag von Rheinhessen am 11. September 2016

Ortsbürgermeister Thomas Barth bei der Begrüßung der Gäste (Foto: OG).

Biker Walter Strutz überreicht die Depesche aus Mainz (Foto: Hermann Müller).

Timo Eppelmann, Elma Degreif und Thomas Barth vor der Zerschneidung des roten Bands am Telegrafenmast (Foto: Jean-Jacques Luchier).

Landrat Claus Schick und VG-Bürgermeister Ralph Spiegler besteigen mit der Gemeinde den Turm (Foto: Kreisverwaltung MZ-BIN).

Aus Anlass des 200-jährigen Jubiläums Rheinhessens und mit sehr großem Zuspruch aus der Bevölkerung wurde am großen Gemeindefest auf dem Windhäuserhof der Telegrafenturm eröffnet, „als sichtbares und dauerhaftes Geburtstagegeschenk an unsere Heimatregion“, so Ortsbürgermeister Thomas Barth. Bei strahlendem Sonnenschein konnte der Ortschef neben Amtskollegen aus den Nachbargemeinden auch eine Delegation aus der französischen Partnergemeinde Rupt-sur-Moselle begrüßen, die mit ihrem Orchester „Harmonie“ der Veranstaltung einen würdevollen musikalischen Rahmen gab ebenso wie das Blechbläserquintett BBQ. Hausherr Carl-Ernst Schleußner eröffnete die Veranstaltung und erinnerte an die Geschichte des Windhäuserhofs. Hartmut Geissler vom Ingelheimer Geschichtsverein ging in seinem Fachvortrag auf den französischen Präfekten Jeanbon St. André ein, der hier seine Sommerresidenz hatte. Somit war es nicht verwunderlich, dass einige Besucher sich auf Zeitreise begeben hatten und in entsprechender Verkleidung auftraten. Auch Napoleon gab sich zweimal die Ehre, zunächst am Vormittag im Rahmen eines Zwiegesprächs mit Josephine (Elke Tautenhahn und Sylvia Glaser von der Kulturinitiative Zornheim „KIZ“), und am Nachmittag bei der komödiantischen Darbietung des Elsheimer Carnevalvereins (ECV). Landrat Claus Schick und Bürgermeister Ralph Spiegler zeigten sich in ihrem Grußwort in großer Vorfreude auf den Tag, der noch so manchen Höhepunkt bereithalten sollte.
Nach einem Fanfarenruf zum Telegrafenturm wurde – eskortiert von der deutsch-französischen Bikergruppe Stadecken-Elsheim/Rupt-sur-Moselle – in einer Ente die Dépêche Napoléon herbeigefahren, die Beigeordneter Walter Strutz dem Ortsbürgermeister überreichte und zuvor in Mainz von Wissenschaftsminister Wolf und Baudezernentin Grosse unterzeichnet worden war. Nach dem Verlesen setzte auch der Bürgermeister seine Unterschrift unter das Dokument. Thomas Barth dankte vor der Einweihung allen beteiligten Firmen und ehrenamtlichen Helfern. Besonderes Lob erfuhr Elma Degreif von der Lokalen Aktionsgruppe Rheinhessen, die mit ihrem unermüdlichen Engagement mit dafür gesorgt hatte, dass der Turm – nach Vergabe der Leistungen im Gemeinderat am 12.07. – nur fast 8 Wochen später seiner offiziellen Bestimmung übergeben werden konnte. Ebenso bedankte er sich beim Vorsitzenden des örtlichen Bauern- und Winzervereins Timo Eppelmann, welcher im Rahmen der Ehrenamtsförderung den Unterbau als Schutzhütte übernommen hatte. „Das Bauwerk insgesamt kostet 80.000 EUR, wovon die Gemeinde lediglich ein Viertel beisteuert; denn neben der Ehrenamtsförderung gibt es für den eigentlichen Mast EU-Fördermittel zur Entwicklung des ländlichen Raums, die von der LAG Rheinhessen koordiniert wurden. Und dass hier mit drei und mehr Beteiligten dieses gemeinsame Projekt so schnell und reibungslos realisiert werden konnte, verdient unsere aller Hochachtung“, so der Bürgermeister unter dem großen Applaus der Anwesenden.
Nach dem Sektempfang gab es im Garten deutsch-französische Spezialitäten eines ortsansässigen Metzgers und Flammkuchen oder Crêpes vom deutsch-französischen Partnerschaftsausschuss. Im Nachmittagsprogramm wurden Gesang vom Männergesangverein Elsheim und Tänze von der Folkloretanzgruppe dargeboten. Derweil versorgten die Elsheimer Landfrauen mit Kaffee und Kuchen. Moderator Michael Paschke führte wie gewohnt kurzweilig durch das Programm, bevor er beim Abschlusssketch des ECV in die Rolle der Mätresse „Rosa“ schlüpfte und so manchen Lacher auf seiner Seite hatte.
Der Dank der Gemeinde gilt allen,  die zum Gelingen des Fests beigetragen haben: den Pfadfindern vom „Stamm Greiffenklau“ und den Erziehern/innen der Kindertagesstätten, die die Kinderbetreuung organisiert haben, was ein voller Erfolg wurde. Der neue Geschichts- und Heimatverein präsentierte entlang der Gartenmauer eine Plakatausstellung zur französischen Zeit in Rheinhessen. Nicht zu vergessen die Freiwillige Feuerwehr, die nach eigenen Angaben mit ihrem Shuttleservice ca. 800-1.000 Personen befördert hat. Ein besonderer Dank gilt Familie Schleußner und den Männern vom Bauhof für ihren Einsatz vor, während und nach der Veranstaltung. Es war für alle Beteiligten ein besonderes Fest, das noch lange in positiver Erinnerung bleiben wird.