Geschichte von Stadecken-Elsheim

Die Gemeinde Stadecken-Elsheim entstand 1969 im Rahmen der Gebietsreform aus dem Zusammenschluss der beiden traditionsreichen und benachbarten Dörfer Stadecken und Elsheim. Beide Orte verbindet eine wechselhafte Geschichte, die über viele Jahrhunderte geprägt war von Besetzungen, Plünderungen, Zerstörungen und Hungersnöten. 1632 im 30-jährigen Krieg und 1689 bei der Pfalzzerstörung wurden die Orte fast vollkommen zerstört. Das Gemeindeareal war oft Aufmarschgebiet fremder Heere, so z.B. der Franzosen 1735 im polnischen Erbfolgekrieg, der Preußen 1793 während der Mainzer Republikzeit oder der Preußen im Spätherbst 1848 während der Deutschen Revolutionszeit. Über die Jahrhunderte verloren die beiden Orte viele Bewohner in Kriegen und Auseinandersetzungen und vor allem auch durch Auswanderung.

Windhäuser HofWindhäuser Hof

In beiden Dörfern hatten über lange Zeit bedeutende Reichsrittergeschlechter und Klöster große Besitztümer, z. B. die Herren von Greiffenklau und die Herren von Hohenhausen aber auch mehrere Klöster. 1802 verkauften die Greiffenklauer den  Windhäuser Hof, eine Gründung des Klosters Ingelheimerhausen aus dem 11. oder 12. Jahrhundert, an den Präfekten des Departments Mont Tonnerre, Jeanbon St. Andre, der sich dort bis zu seinem Tod im Jahre 1813 seinen Sommersitz einrichtete.

In beiden Dörfern hatten über lange Zeit bedeutende Reichsrittergeschlechter und Klöster große Besitztümer, z. B. die Herren von Greiffenklau und die Herren von Hohenhausen aber auch mehrere Klöster. 1802 verkauften die Greiffenklauer den  Windhäuser Hof, eine Gründung des Klosters Ingelheimerhausen aus dem 11. oder 12. Jahrhundert, an den Präfekten des Departments Mont Tonnerre, Jeanbon St. Andre, der sich dort bis zu seinem Tod im Jahre 1813 seinen Sommersitz einrichtete. 

Nach Elsheim im Jahre 1375 gelangte 1733 auch Stadecken an die Kurpfalz. Fortan waren beide Dörfer immer unter gleicher Herrschaft. 1794 endete die Herrschaft der Kurpfalz. Ab 1814 gehörten beide Orte dann zum deutschen Bund, ab 1816 zur neu gegründeten Provinz Rheinhessen im Großherzogtum Hessen-Darmstadt und ab 1871 zum deutschen Reich. Im Bürgerkrieg 1866 standen Elsheimer und Stadecker Bürger an der Seite Süddeutschlands und Österreichs. Auch im Deutsch-Französischen Krieg mussten sie, genauso wie in den beiden folgenden Weltkriegen, zu den Waffen greifen. 

Obwohl unter gleicher Herrschaft, waren die beiden Orte häufig aber verwaltungsmäßig getrennt. So gehörte Elsheim von 1798 bis 1814 zum Kanton Oberingelheim im Department Mont Tonnerre, Stadecken dagegen zum Kanton Nieder-Olm. Der Präfekt des Départements, Jeanbon St. André, hatte sich sogar 1809 einen Sommersitz auf dem Mainzer Berg, den Windhäuser Hof, erworben. Ab 1835 gehörte Elsheim zum Kreis Bingen, Stadecken zum Kreis Mainz. Leider führte diese unterschiedliche Kreiszugehörigkeit zu einigen meist infrastrukturellen Unterschiedlichkeiten

Burg StadeckBurg Stadeck

Stadecken leitet seinen Namen von der Burg Stadeck ab, wahrscheinlich eine pfalzgräfliche Gründung in der frühen Stauferzeit. Urkundlich wird die Eckburg am "Gestade" erstmals 1276 erwähnt. Bis 1301 hatte sich im Schutz der Burg bereits ein kleiner Weiler entwickelt. 1301 erhielt Stadecken von Kaiser Albrecht I. die Stadt-, Mauer- und Marktrechte, die jedoch später wieder erloschen. 

Nach 1300 und bis 1468 waren die Katzenelnbogener Grafen die dominierenden Besitzer der Burg. Anteile an der Burg hatten aber immer auch andere namhaften Geschlechter und Häuser: die Grafen von Leiningen, die Grafen von Sponheim, die Herzöge von Brabant, die Erzbischöfe von Trier und die Könige von Böhmen. Nach einer Zwischenperiode unter den Rittern Quad übernahm dann 1563 das Haus Pfalz-Zweibrücken die Herrschaft, die dann 1733 an die Kurpfalz überging.

Krypta in ElsheimSeitenkrypta mit Tonnengewölbe

Elsheim bestand, wie Gräberfunde bestätigen, zweifelsohne schon zur frühen Frankenzeit. Urkundlich ist Ilgisheim (Elsheim) erstmals 1184 in einer Urkunde des Mainzer Mauritiusstiftes in Mainz, welches nachweislich größere Besitzungen, unter anderem auch die katholische Pfarrkirche, hier besaß. Die Krypta mit fränkischen Gewölben an der Pfarrkirche wurde über einem Grab eines angelsächsischen Missionars aus dem 8. bzw. 9. Jahrhundert errichtet.

Elsheim lag an der wichtigen Poststraße von Mainz nach Bad Kreuznach. Die Ruinen eines Wohnturmes – dieser wurde zeitweise auch als Zollstelle benutzt -  am ehemaligen Selzübergang neben der 11.000-Mägde-Mühle zeugen noch heute von dieser wichtigen strategischen Lage.

Seit 1382 gehörte Elsheim zu den Dörfern des Ingelheimer Grundes. Diese Dörfer waren direkt dem Kaiser unterstellt und hatten die Versorgung der Kaiserpfalz in Nieder-Ingelheim zu gewährleisten. 1375 gelangte der Ingelheimer Grund und mit ihm Elsheim durch Pfandschaftsauslösung an die Kurpfalz.

Die Menschen beider Dörfer lebten Jahrhunderte lang in großer Armut. Erst Ende des 19. Jahrhundert brachen durch die wirtschaftliche Entwicklung bessere Zeiten an. Beiden Orten gelang es, bis in die heutige Zeit auch den alten Dorfcharakter zu bewahren und den Wandel agrarisch geprägter Dörfer zu einer attraktiven und modernen rheinland-pfälzischen Gemeinde zu vollziehen. Seit dem Zusammenschluss 1969 gehört die Gemeinde Stadecken-Elsheim zur Verbandsgemeinde Nieder-Olm im damals neu gegründeten Kreis Mainz-Bingen. 

Rathaus

Gemeindeverwaltung
Auf der Langweid 10
55271 Stadecken-Elsheim
Tel: 06136-2248
Fax: 06136-6701
E-Mail: gemeinde(at)stadecken-elsheim.de

Kontaktformular